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Frauenbuchtipp
erschienen in der "Rheinfall-
der berührt
krf. Was sie in Vancouver erlebt hat, packt Lisa Borg in Gedanken in eine Tasche und stellt diese weg -
Zwar ist nicht alles, was die junge Schweizerin in Kananda als Au-
Ohne Josh hätte sie den Lebensmut verloren. Er und sein Freundeskreis sind in einer bewundernswerten Art und Weise für Lisa da, helfen ihr jederzeit geduldig und stützen sie, wenn sie glaubt, das Schlimme nicht mehr zu ertragen. Langsam findet sie einen Weg zurück ins Leben, schmiedet mit Josh gar Zukunftspläne. Doch noch einmal schlägt das Schicksal erbarmungslos zu.
Tagebuchartig und sehr detailliert erzählt die Autorin von den Höhen und Tiefen, durch die sie während des sechsmonatigen Aufenthaltes in der Fremde gegangen ist. Man kann sich dem Erzählfluss kaum entziehen, und betroffen und berührt begleitet man Lisa auf ihrem schwierigen Weg. Die Lesenden werden dabei Zeugen von manch Persönlichem. Oft kommt man sich wie ein Voyeur vor und fragt sich bisweilen, ob man als Aussenstehende alles wissen möchte.
Es wird aber während der Lektüre schnell klar, dass es wichtig war, nicht nur das Verbrechen, sondern auch die Vorgeschichte und die Zeit danach minutiös aufzurollen. Nur so ist es dem Opfer möglich, das Unbeschreibliche zu Papier zu bringen und das Geschehene zu verarbeiten. Gleichzeitig möchte die Autorin, die aus Beringen stammt und für ihr Buch ein Pseudonym gewählt hat, Frauen in gleichen Situationen ermuntern, aus dem Schatten zu treten und über ihr Schicksal zu berichten.
Die Tasche ist ausgepackt. Lisa Borg hat es geschafft, das Verdrängte aufzuarbeiten. Dieser couragierte Schritt macht hoffentlich vielen Betroffenen Mut, in ähnlicher Weise über Unsagbares zu sprechen.