THEODOR BODER VERLAG

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Lisa Borg in den SCHAFFHAUSER NACHRICHTEN

Bücher / Hörbücher


SCHAFFHAUSER NACHRICHTEN
Dienstag 9. Oktober 2007, Region

Lisa Borg liest an den Buchmessen


Die Buchautorin Lisa Borg aus Beringen liest aus ihrem Erstlingswerk. Am Donnerstag an der Buchmesse in Olten und am Freitag an der Buchmesse in Frankfurt.


VON WOLFGANG SCHREIBER

BERINGEN Schreckliche Erlebnisse in Kanada, jahrelang im Kopf verkapselt, wie eine alte Reisetasche, die jahrelang ungeöffnet in der Wohnung stehen bleiben muss, hat Lisa Borg in ihrem Roman ans Licht gebracht und in einem Text, den sie Roman nennt, dargestellt. Das Bild der lange Zeit versteckten und verschlossenen Tasche gab dem Buch den Titel: «Die Tasche aus Vancouver». Die Autorin - Lisa Borg ist ihr Autorenname, bürgerlich heisst sie anders - hat nach den anscheinend für Autoren üblichen zuerst vergeblichen Anläufen relativ rasch einen Verlag gefunden, den noch jungen Theodor-Boder-Verlag, der das Buch herausbrachte und den Inhalt zu seinem Anliegen macht.

Autorenlesung in Frankfurt
Um den Roman unter die Leute zu bringen, und die Botschaft des Romans zu verbreiten, hat der Verlag die Autorin aus Beringen bereits nach Prag zu einer Lesung eingeladen. Am kommenden Donnerstag wird sie an der Buchmesse in Olten lesen. Dann muss die Autorin in den Zug steigen und an die Internationale Buchmesse Frankfurt reisen, wo sie am Stand der Schweizer Verlage auf der Frankfurter Buchmesse am Freitag um 14 Uhr lesen wird.
Lisa Borg erzählt die Geschichte, wie sie in Kanada als 19-Jährige zu einem Vergewaltigungsopfer wurde, wie sie leiden musste und wie sie andererseits und zu ihrem Glück, in Kanada Freundinnen und Freunde hatte, die ihr ohne zu fragen halfen.
«Roman» nennt Lisa Borg ihre wahre Geschichte, weil sie ein paar Namen und Ortsbezeichnungen geändert hat. Mehr nicht. Das Buch ist frisch und ungekünstelt geschrieben. Die Dialogform herrscht vor, was der Geschichte einen unheimlichen Drive gibt. Lisa Borg sagt im Gespräch mit den SN, als sie nach fast 20 Jahren begonnen habe, ihre damaligen Erlebnisse niederzuschreiben, da sei es nur so aus ihr herausgesprudelt. Beim Schreiben am Laptop seien alle Ereignisse wieder lebendig geworden, sie habe sich wieder an alles erinnert, an die vielen Gespräche.

Verbrechen öffentlich machen
Dass der Roman deshalb ein wenig dialoglastig geworden ist, mag seinen Grund haben. Lisa Borg weiss aus eigener Erfahrung, wie wichtig Gespräche sind, wie hilfreich auch, gerade in der brutalen Situation nach einer Vergewaltigung. Die Autorin möchte mit diesem Buch und auch in Form von Gesprächen im Anschluss an Autorenlesungen oder auch via Internet (lisa.borg@mymail.ch) mit Jugendlichen an Schulen auch mit der Teilnahme an Themenveranstaltungen Präventionsarbeit leisten.

Auch eine Liebesgeschichte
Sie weiss und findet es schrecklich, dass das, was ihr angetan wurde, öfter vorkommt, als man ahnt. Darüber dürfe nicht geschwiegen werden, sagt sie. Die Dunkelziffer sei entsetzlich hoch. Dabei leiden die Opfer während Jahren. Und das Leiden besteht nicht darin, hin und wieder Kopfweh zu haben, es ist viel, viel schlimmer. Die Schilderungen der Erlebnisse der schüchternen 19-Jährigen, die aus wohlbehütetem Elternhaus als Aupair-Mädchen nach Kanada kommt, um die Sprache zu lernen, sind spannend dargestellt. Denn bevor es zu dem Abend des Verbrechens kommt, erlebt das Mädchen kanadische Gastfreundschaft. Sie kann Freundschaft schliessen mit kanadischen Studenten und trifft dabei auf ihre erste grosse Liebe: Josh. Das macht den Roman vielschichtig, spannend und lesenswert bis zum dramatischen Ende.
Lisa Borg lebt heute wieder in Beringen. Sie ist verheiratet, hat zwei Söhne und ist mit der Familie kürzlich erstmals wieder nach Kanada an die Orte der dramatischen Ereignisse gereist. Sie hat sich durch das Schreiben von den Gedanken an die grausamen Erlebnisse befreien können.




Dienstag 16. Oktober 2007, Region

Nachgefragt
Als Autorin in Olten und Frankfurt

Lisa Borg, die in Beringen lebt und arbeitet (SN vom 9. Oktober), hat den Roman «Die Tasche aus Vancouver» geschrieben. Ihr Verlag hatte sie zu Lesungen nach Olten und an die Buchmesse Frankfurt gesandt.
Wie war das Publikumsinteresse?
Lisa Borg: In Olten, wo es familiärer war als in Frankfurt, habe ich im Stadttheater gelesen, da waren viele Zuhörerinnen und Zuhörer, die im Anschluss Fragen gestellt haben. Das hat mir sehr gefallen.
Auf der riesigen Messe in Frankfurt?
Borg: Im Vergleich zu Olten ist die Frankfurter Buchmesse natürlich gigantisch. In der Halle, in der die Schweizer Buchverlage ausstellten, gab es eine Ecke für Lesungen. Da habe ich am Freitag gelesen, vor mehr Leuten als in Olten. Doch da war auch ein ständiges Kommen und Gehen in den hinteren Reihen. In der grossen Halle gab es natürlich noch andere Lesungen.
Fühlt man sich da noch wohl?
Borg: Ja, sicher. Es ist eine Ehre, in Frankfurt zu denen zu gehören, die aus ihren Werken lesen dürfen. Für mich war das Auftreten vor so vielen Menschen zwar ziemlich neu, doch ich habe mich immer wohl gefühlt.

Wolfgang Schreiber

Lisa Borg
Autorin


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